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Leckeres Rezept mit Vogelbeeren

  • Autorenbild: Marion Thishen-Hendess
    Marion Thishen-Hendess
  • 9. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit

Vogelbeeren - giftig oder gesund?


Gehörst du auch zu den Menschen, die noch gelernt haben, dass Vogelbeeren giftig sind?

Dann habe ich gute Neuigkeiten: Du wurdest getäuscht. 

Mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin C und Provitamin A ist die Vogelbeere sogar sehr gesund. Tatsächlich enthalten Vogelbeeren zwar Parasorbinsäure, die beim Verzehr sehr großer Mengen Übelkeit auslösen kann. Diese zerfällt jedoch beim Trocknen, Einfrieren oder Kochen.

Schau dir hier ein einfaches Rezept mit Vogelbeeren an, mit dem du sogar zwei Leckereien gleichzeitig bekommst. 

ein großer Haufen geernteter, orangeroter Vogelbeeren mit gefiederten grünen Blättern liegt auf einem Gittertisch
Vogelbeeren, die Früchte der Eberesche, sind reich an Vitamin C und Provitamin A.

Kandierte Vogelbeeren und Vogelbeeren-Sirup

Zutaten:

1 kg Vogelbeeren 

1 kg Zucker 

500 ml Wasser 

Optional:

1 Sternanis

1 Stange Zimt

etwas (selbst gemachter) Puderzucker 


Zubehör: 

großer Topf mit Deckel, großes Sieb und/oder Schaumlöffel, 

zum Trocknen: großes Blech, Brett, oder Tablett 

für den Sirup: Gläser mit Twist-off-Deckel und breiter Öffnung


Wichtig beim Einkochen: 

Achte auf Sauberkeit und einwandfreie Qualität der Früchte. Entferne die Stiele der Beeren (Gerbstoffe) und sortiere schadhafte Beeren aus. Arbeite nur mit absolut sauberen Materialien. 


Zubereitung:

  1. Vogelbeeren gründlich waschen und sorgfältig von allen Stielchen und Blättern befreien. Schadhafte Beeren dabei aussortieren. 

  2. Zucker und Wasser (mit den Gewürzen) im Topf unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. 

  3. Beeren in die kochende Zuckerlösung geben und 5-10 Minuten mitkochen. 

  4. Topf von der Kochstelle nehmen und zugedeckt über Nacht ziehen lassen. 

  5. Am folgenden Tag die Beeren (inklusive der Gewürze) mit einem Schaumlöffel oder Sieb aus dem Sirup holen. 

  6. Den verbliebenen Sirup erneut kurz aufkochen, die Früchte zurück in den heißen Sud geben und wieder bis zum nächsten Tag ziehen lassen. 

  7. Wiederhole diesen Ablauf (Absieben, Aufkochen, Wiedereinlegen der Beeren) die nächsten 5-7 Tage. Das reduziert den Wassergehalt in den Beeren und konserviert sie durch den steigenden Zuckergehalt.

  8. Die Beeren und Gewürze ein letztes Mal aus dem Sirup schöpfen, kurz abtropfen lassen und die Beeren auf einem Blech oder Brett ausbreiten. Die Gewürze entsorgst du.

  9. Die kandierten Vogelbeeren gründlich durchtrocknen lassen. Auch hierbei ist Geduld gefragt, denn das Trocknen kann länger als 24 Stunden dauern. 

  10. Damit sie nicht aneinander kleben, kannst du sie nach dem Durchtrocknen in etwas Puderzucker wälzen.

  11. Verwahre die kandierten Vogelbeeren, lichtgeschützt und trocken in einem dicht schließenden Glas oder in einer Metalldose.


  1. Den Sirup kochst du solange, bis er die gewünschte Konsistenz erreicht hat - zum Beispiel eher flüssig wie Ahornsirup oder eher zäh wie Honig. 

  2. Fülle den Sirup in sterilisierte (abgekochte) Gläser mit Twist-off-Deckel. Sofort nach dem Einfüllen die Gläser mit dem Deckel verschließen. Der Deckel zieht sich beim Abkühlen ran, da ein Vakuum entsteht. Meist hörst du ein Plopp oder Knackgeräusch. Lässt sich der Deckel in der Mitte mit dem Finger nicht mehr eindrücken, ist das Vakuum entstanden. Der Sirup hält sich nun durch das Vakuum, den hohen Zuckergehalt und die natürlich enthaltene Sorbinsäure mindestens 12 Monate. 

  3. Achtung: Der Sirup kristallisiert mit der Zeit aus und wird dadurch fester  - ähnlich wie Honig. Wähle also lieber Gläser mit großer Öffnung.


Verwendung von Vogelbeeren:

Die kandierten Beeren schmecken fruchtig-säuerlich-herb. Sie peppen dein Müsli auf, sind eine Vitam-C reiche Nascherei und passen sowohl zu Eis und Kuchen als auch zu herzhaften Gerichten.

Den Sirup kannst du als Brotbelag verwenden, zum Kochen, für Salatdressing und zum Süßen von Speisen nehmen.


Die Eberesche / Vogelbeere

Die Eberesche (Sorbus aucuparia) - auch Vogelbeere genannt - ist ein schlankwüchsiger, bis zu 15 Meter hoher, heimischer Waldbaum, der gerne auf sauren und frischen (gleichmäßig feuchten) Böden wächst. Schon in der Steinzeit wurden die Vogelbeeren als Wildobst genutzt. Gut erkennbar ist die Vogelbeere/Eberesche an den unpaarig gefiederten Blättern, die im Herbst sehr schöne kräftige Gelb bis Rottöne annehmen. Im Frühjahr blüht der Baum mit weißen tuffigen cremeweißen Dolden, die einen etwas unangenehmen Geruch verbreiten. Von August bis Oktober reifen die zinnoberroten oder orangen Beeren in Dolden heran. Reife Beeren sind bei Vögeln ausgesprochen beliebt, aber auch Raupen und Kleinsäuger ernähren sich gerne von den Früchten.


FAQ zu Rezept mit Vogelbeeren

Sind Vogelbeeren giftig?

Im rohen Zustand enthalten Vogelbeeren neben Vitam C und Retinol, der Vorstufe von Vitamin A, Parasorbinsäure. Parasorbinsäure verursacht in größeren Mengen Übelkeit und Magenschmerzen. Meist spuckt man aber die bitteren rohen Beeren schon reflexartig wieder aus. Durch Frost/Einfrieren, Erhitzen und Trocknen wandelt sich die Parasorbinsäure jedoch in die verträgliche Sorbinsäure um - ein natürliches Konservierungsmittel, das vom Körper gut verarbeitet werden kann und die Verdauung anregt.


Welche Inhaltsstoffe sind in Vogelbeeren enthalten?

Vogelbeeren enthalten viel Vitamin C (60-200 mg/100 g) und unterstützen daher das Immunsystem. Beim Kochen wird das Vitamin C um ⅓ reduziert, durch die hohe enthaltene Menge ist aber immer noch reichlich Vitamin C vorhanden. 

Des Weiteren enthalten die Beeren Carotinoide (die orange Farbe). Carotinoide sind Provitamin A. Es wird im Körper zu Vitamin A (Retinol) umgewandelt und unterstützt als Antioxidans Haut, Schleimhäute, Augen, Fortpflanzungsorgane und Immunsystem.

Ascorbinsäure

Pektin ist ein Ballaststoff und ein Präbiotikum. Es fördert die Verdauung und hilft, ein gesundes Darmmikrobiom zu erhalten. 

Die enthaltenen Gerbstoffe wirken adstringierend (zusammenziehend), entzündungs- und keimhemmend und helfen bei Durchfallerkrankungen.

Darüber hinaus sind enthalten Parasorbinsäure (wandelt sich bei fortschreitender Reife, Trocknen, Frost und Erhitzen um in Sorbinsäure), Zuckeralkohol, Zucker 


Sind Vogelbeeren gesund?

Ja, durch den hohen Gehalt an Vitam C und Provitamin A wirken stärken sie das Immunsystem, schützen Haut und Schleimhäute, Augen und Fortpflanzungsorgane. Die enthaltenen Pektine und Gerbstoffe unterstützen Darm und Schleimhäute, auch bei  Durchfallerkrankungen und Erkältungen.


Werden Vogelbeeren medizinisch verwendet?

In der Volksheilkunde wurden Vogelbeeren lange Zeit als Tee oder Auszug unterstützend bei Nierenerkrankungen, Diabetes und Rheuma eingesetzt. In der Pflanzenheilkunde setzt man gekochtes Vogelbeermus gegen Durchfall ein. Frischgepresster Fruchtsaft besitzt hohe Vitamingehalte, weshalb er zur Stärkung des Immunsystems auch bei Erkältungen und grippalen Infekten verabreicht wird.  


Welche Teile der Eberesche kann man außer den Beeren noch verwenden?

Früher wurden für Tee auch die Blüten und Blätter genutzt. Sie sollen bei Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden unterstützen. Das Kernholz ist ähnlich fest wie Eichenholz und hat einen hohen Brennwert. Zudem wurde das Holz gerne für Drechselarbeiten genutzt. 


Was kann man aus den Vogelbeeren noch herstellen?

Die Früchte der Vogelbeere werden gerne zu Gelee, Marmelade, Sirup, Mus, Saft verarbeitet - gerne auch in Kombination mit Äpfeln oder Birnen. Alkoholisch werden Fruchtweine und Obstbrände sowie Verdauungsschnäpse daraus hergestellt. Die getrockneten Früchte können als Tee zubereitet werden, aber auch in Gerichten verarbeitet oder zum Müsli gereicht werden. 

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frisch geerntete, zinnoberrote Vogelbeeren liegen auf einem Tisch.
frisch geerntete Vogelbeeren - Früchte der Eberesche (Sorbus aucuparia), ein heimisches Wildobst und Vogelgehölz

Über mich:

Ich bin Marion Thishen-Hendess. Nach 30 Jahren im Büro habe ich mich 2023 zurück zu meinen Wurzeln orientiert. Ich bin freiberufliche, zertifizierte Naturführerin, Coach und Business-Trainerin. Ich liebe es, durch den Wald zu stromern, Kräuter und Pilze zu entdecken und zu sammeln, Tiere zu beobachten und in der Natur einfach runter zu kommen.

Wenn du das auch gerne magst, folge mir auf Instagram / Facebook - und schau gern mal auf meiner Homepage vorbei: ichgehemeinenWeg.de


PS: Runterkommen mit der Natur - dafür gibt es unser Retreatwochende "Zeit für dich" von Frauen für Frauen.

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Quellenangaben:


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