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Quitten verarbeiten: Rezepte für Quittenleder, Quittenbrot und eine Quittenkern-Maske

Autorenbild: Marion Thishen-Hendess
Marion Thishen-Hendess
13. Okt.
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Tagen

Quitten sind ein besonderes Herbstobst. Ob Quittengelee, Quittenkompott, Quittenkuchen, Quittenlikör oder selbst gemachtes Quittenkonfekt: Es gibt viele Möglichkeiten, die aromatischen Früchte zu verarbeiten. In diesem Beitrag zeige ich dir meine liebsten Rezepte mit Quitten – von fruchtig-süßem Quittenleder in Herzform über saftiges Quittenbrot bis hin zu einer feuchtigkeitsspendenden Quittenkern-Maske.


Quitten: Duftendes Herbstobst mit besonderen Eigenschaften

Wild sind Quitten eher selten anzutreffen. Obwohl die vitaminreichen Früchte früher weit verbreitet waren, sind sie heute selbst als Gartenobst eine Rarität. Dabei ist schon allein der zitronig-fruchtige Duft der großen, gelben Früchte in meinen Augen ein guter Grund, sich einen Quittenbaum zuzulegen.

Quitten gehören botanisch zu den Rosengewächsen, genau wie Äpfel und Birnen. Anders als diese lassen sie sich allerdings in der Regel nicht roh genießen: Das Fruchtfleisch ist extrem hart und schmeckt aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe sehr herb.

Gleichzeitig sind Quitten interessante Früchte mit wertvollen Inhaltsstoffen. Sie enthalten Vitamin C sowie die Vitamine A und B einschließlich Folsäure. Hinzu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Zink, Eisen, Kupfer und Mangan. Die enthaltenen Pektine sind Ballaststoffe und unterstützen außerdem die natürliche Gelierung bei der Herstellung von Quittengelee und Quittenkonfekt.

Auch die Quittenkerne lassen sich traditionell verwenden. In Verbindung mit Wasser bilden sie einen Schleim, der beispielsweise bei Erkältungsbeschwerden oder als Grundlage für Salben genutzt wurde. Wichtig ist dabei die richtige Handhabung: Die Kerne enthalten Amygdalin, aus dem Blausäure freigesetzt werden kann. Verwende sie deshalb nicht für Lebensmittel und zerdrücke oder zerkaue sie nicht. Beschädigte Kerne solltest du entsorgen.


Meine Quittenbäume im Garten: Apfelquitte und Birnenquitte

Ich selbst habe zwei Quittenbäume im Garten, die mittlerweile reichlich Früchte tragen: eine Birnenquitte und eine Apfelquitte.

Die Namen verraten bereits, worin sich die beiden Sorten unterscheiden. Birnenquitten haben eine birnenähnliche Form, während Apfelquitten rundlicher sind und großen Äpfeln ähneln. Auch Geruch und Geschmack unterscheiden sich geringfügig. Beide finde ich angenehm aromatisch.

Den wunderbaren Duft nutze ich gerne als natürlichen Duftspender. Wenn ich die Quitten offen im Haus lagere, verbreiten sie einen angenehm fruchtig-frischen Geruch.

Beim Pflücken und Lagern ist allerdings Vorsicht geboten. Quitten sind sehr druckempfindlich. Sie sollten möglichst nicht herunterfallen und auch nicht übereinander gelagert werden, damit keine Druckstellen entstehen.

Deshalb verarbeite ich meine Quitten möglichst zügig zu verschiedenen Leckereien. Dazu gehören Quittengelee, Quittenkompott, Quittenkuchen und Quittenlikör.

Seit ich einen Dörrautomaten besitze, stelle ich außerdem besonders gerne Quittenleder her. Die dickere und saftigere Variante davon ist das Quittenbrot.

Hier findest du meine Rezepte zum Nachmachen.


Quitten vorbereiten: Das solltest du beachten

Bevor du mit der Zubereitung beginnst, müssen die Quitten gründlich gereinigt und vorbereitet werden.


Diese Küchenutensilien benötigst du

  • Ein frisches Geschirrtuch

  • Ein großes Schneidbrett

  • Ein großes, scharfes Messer

  • Einen großen Topf

  • Ein feines Sieb oder ein Sieb mit Leinentuch zum Abgießen

  • Backpapier


    Eine gelbe Birnen-Quitte mit flaumigem Pelz liegt auf einem Tisch
    Vor der Zubereitung solltest du den pelzigen, bitteren Flaum mit einem Tuch von den Quitten abreiben.

Schritt 1: Quitten gründlich abreiben

Reibe die Quitten mit dem Geschirrtuch gründlich ab, um den bitteren, pelzigen Flaum vollständig zu entfernen. Wenn die Früchte schön glänzen, ist die Vorbereitung gelungen.


Schritt 2: Quitten schneiden und Kerngehäuse entfernen

Viertle die Quitten mit einem scharfen Messer. Entferne braune oder beschädigte Stellen. Die Schale bleibt dran, denn sie enthält viel Pektin und unterstützt die Gelierung.

Schneide anschließend das Kerngehäuse mitsamt den Kernen heraus.


Schritt 3: Kerne sicher behandeln

Beschädigte Quittenkerne solltest du nicht verwenden, sondern entsorgen. Auch unbeschädigte Kerne sind nicht zum Verzehr geeignet, da sie Amygdalin enthalten. Für die Quittenkern-Maske weiter unten werden die Kerne lediglich äußerlich verwendet. Zerdrücke oder zerkaue sie nicht.

Hinweis zu den Mengen: Die folgenden Rezepte beziehen sich jeweils auf 1 kg unvorbereitete Quitten, also auf die Früchte vor dem Entfernen von Kerngehäuse und beschädigten Stellen.


Rezept 1: Quitten-Herzen aus Quittenleder selber machen

Quittenleder ist eine fruchtige Nascherei, die sich wunderbar verschenken lässt. Mit einem Ausstecher in Herzform wird daraus ein hübsches Mitbringsel und eine Alternative zu klassischen Fruchtgummis.


Zutaten für Quittenleder

  • 1 kg Quitten (ca. 4–5 Stück)

  • 300 ml Wasser

  • 1 EL Zitronensaft

  • 300 g Zucker

  • 2 Gewürznelken oder 2 Wurzelstücke Nelkenwurz

  • 1 TL Zimt


Zubereitung: Quittenleder herstellen

1. Quitten vorbereiten

Reibe den Flaum von den Quitten ab, viertele sie und entferne das Kerngehäuse sowie beschädigte Stellen. Schneide die Quittenviertel anschließend in etwa 1–2 cm große Stücke.

2. Quitten weich kochen

Gib die Quittenstücke mit dem Zitronensaft, dem Zucker, den Gewürznelken und dem Zimt in einen großen Topf. Koche die Masse unter regelmäßigem Rühren, bis die Quitten weich und musig geworden sind.

3. Quittenmus abseihen

Gieße die Masse durch ein feines Sieb und fange die Flüssigkeit auf. Du kannst das Quittenmus vorsichtig ausdrücken. Je trockener das Mus ist, desto besser lässt es sich später als Fruchtleder trocknen.

4. Quittenmus dünn verstreichen

Schneide Backpapier passend für deine Backbleche oder den Dörrautomaten zu. Streiche das möglichst trockene Quittenmus etwa 2–3 mm dünn auf das Backpapier.

5. Quittenleder trocknen

Trockne die Masse im Dörrautomaten oder im Backofen bei leicht geöffneter Ofentür etwa 6–10 Stunden bei 60 °C.

Das Quittenleder ist fertig, wenn die Oberfläche fest ist und sich nicht mehr bewegen lässt. Ist sie noch klebrig – beispielsweise, weil die Masse ungleichmäßig dick verstrichen wurde –, solltest du weitere 1–2 Stunden dörren.

6. Quittenherzen ausstechen und aufbewahren

Steche das fertige Fruchtleder mit einem Metallausstecher in Herzform aus und gib die Herzen in eine luftdichte Dose.

Ich verwende gerne Bonbongläser. Zur Sicherheit lege ich zuerst zwei Silicagel-Päckchen hinein, darüber ein passend zugeschnittenes Stück Brotpapier und erst dann die Quittenherzen. So kann überschüssige Feuchtigkeit aufgenommen werden. Achte darauf, dass die Trockenmittel für diesen Verwendungszweck geeignet sind und nicht mit dem Lebensmittel in Kontakt kommen. Alternativ kannst du ein kleines Baumwollsäckchen mit Reis verwenden.

Die Quittenherzen sind ein schönes Geschenk. Mit ihrem fruchtig-süßen Geschmack sind sie eine tolle Alternative zu Gummibärchen.


Tipp: Quittengeleekonfekt aus dem aufgefangenen Saft

Die beim Abseihen aufgefangene Flüssigkeit kannst du ebenfalls verwerten.

Koche den Saft im Topf etwa 10 Minuten sprudelnd, damit er etwas reduziert wird. Führe anschließend eine Gelierprobe auf einem kalten Teller durch. Bleibt ein Tropfen fest, kannst du den Saft in kleine Pralinenförmchen gießen und im Kühlschrank einige Tage stehen lassen.

Durch das natürlich enthaltene Pektin kann die Masse fest gelieren. So entstehen kleine Geleefrüchtchen, die sich wunderbar zu Kaffee und Tee naschen lassen.

Bleibt die Masse etwas weicher, kannst du sie einfach als Quittengelee zu Brot reichen.


Rezept 2: Quittenbrot selber machen – fruchtiges Quittenkonfekt

Quittenbrot ist die dickere und saftigere Variante des Quittenleders. Das süße Quittenkonfekt lässt sich in Stücke, Streifen oder Rauten schneiden und nach Belieben in Zucker oder Kokosflocken wälzen.


Zutaten für Quittenbrot

  • 1 kg Quitten (ca. 4–5 Stück)

  • 500 ml Wasser

  • 1–2 EL Zitronensaft

  • 1 kg Gelierzucker 1:1

  • 200 g Zucker oder Kokosflocken zum Wälzen


Zubereitung: Quittenbrot herstellen

1. Quitten vorbereiten

Reibe den Flaum von den Quitten, viertele sie und entferne das Kerngehäuse sowie beschädigte Stellen. Schneide die Quittenviertel in etwa 1–2 cm große Stücke.

2. Quitten weich kochen

Gib die Quittenstücke mit dem Wasser in einen großen Topf und koche sie etwa 45 Minuten. Rühre dabei regelmäßig um, damit nichts anbrennt.

3. Quitten pürieren

Lege ein Backblech mit Backpapier aus. Sobald die Quitten weich sind, püriere sie mit einem Pürierstab zu einer möglichst feinen Masse.

4. Gelierzucker und Zitronensaft hinzufügen

Gib den Zitronensaft und den Gelierzucker zum Quittenmus. Lasse alles unter ständigem Rühren etwa 2–5 Minuten sprudelnd kochen.

5. Quittenmasse auf dem Backblech verteilen

Gieße die Masse sofort auf das vorbereitete Backblech und verstreiche sie gleichmäßig etwa 1–1,5 cm dick.

Wenn zu viel Masse vorhanden ist, solltest du lieber ein zweites Backblech verwenden, anstatt die Schicht zu dick aufzutragen.

6. Quittenbrot trocknen lassen

Lasse das Blech bei Zimmertemperatur von etwa 20–22 °C und möglichst niedriger Luftfeuchtigkeit ungefähr 5–7 Tage trocknen.

Alternativ kannst du das Quittenkonfekt nach dem Erkalten im Backofen bei 50 °C und leicht geöffneter Ofentür etwa 5 Stunden vortrocknen.

Wichtig ist, dass die Masse wirklich gut durchtrocknet. Bleibt zu viel Feuchtigkeit zurück, kann sich Schimmel bilden.

7. Quittenkonfekt schneiden und aufbewahren

Wenn die Masse nach einigen Tagen gut durchgetrocknet ist, schneidest du das Quittenbrot in Stücke, Streifen oder Rauten. Wälze die Stücke in Zucker und/oder Kokosraspeln.

Bewahre das Quittenkonfekt in einer trockenen Dose auf, am besten mit Brotpapierlagen oder in Konfektpapier zwischen den einzelnen Schichten. Auch hier kann ein geeignetes Trockenmittel helfen, die Feuchtigkeit in der Dose zu reduzieren.

Das Quittenbrot ist ein hervorragendes Naschwerk und eignet sich auch als selbst gemachtes Geschenk. Bei sorgfältiger Trocknung und trockener Lagerung kann es mehrere Monate haltbar sein. Kontrolliere es regelmäßig auf Feuchtigkeit und Schimmel.


Rezept 3: Feuchtigkeitsspendende Quittenkern-Maske selber machen

Die bei der Verarbeitung der Früchte anfallenden, unbeschädigten Kerne lassen sich als erfrischende Gel-Maske äußerlich nutzen. In Verbindung mit Wasser entsteht ein kühlendes Gel, das sich mit Olivenöl zu einer einfachen Gesichtsmaske verrühren lässt.


Zutaten für die Quittenkern-Maske

  • Unbeschädigte Quittenkerne

  • Etwas Wasser

  • Olivenöl im Verhältnis 1:1 zum entstandenen Quittenkerngel


Zubereitung und Anwendung

1. Quittenkerngel herstellen

Gib die unbeschädigten Quittenkerne in eine flache Tasse und füge etwas Wasser hinzu. Lasse die Kerne einweichen, bis sich ein wässriges Gel bildet.

Die Kerne dürfen dabei nicht zerdrückt oder zermahlen werden. Entsorge beschädigte Kerne.

2. Maske anrühren

Mische das entstandene Quittenkerngel im Verhältnis 1:1 mit Olivenöl und verrühre beides gründlich.

3. Gesichtsmaske auftragen

Trage die Maske am besten abends nach der Gesichtsreinigung auf Gesicht und Dekolleté auf. Lasse sie etwa 15 Minuten einwirken.

Nimm anschließend die Reste, die nicht eingezogen sind, mit einem Kosmetiktuch ab.

4. Maske entfernen

In meiner ursprünglichen Anwendung bleibt die Maske über Nacht auf der Haut; erst am nächsten Morgen wird das Gesicht wie üblich gereinigt. Da Olivenöl und selbst hergestellte Mischungen nicht für jede Haut geeignet sind, empfehle ich, die Mischung zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen und sie bei Reizungen sofort abzuwaschen. Eine selbst hergestellte Mischung sollte frisch zubereitet und nicht über längere Zeit aufbewahrt werden.


Quitten verarbeiten: Meine liebsten Möglichkeiten

Quitten sind vielseitiger, als man auf den ersten Blick denkt. Aus den aromatischen Früchten lassen sich zahlreiche Köstlichkeiten herstellen:

  • Quittengelee: fruchtig und aromatisch, ideal als Brotaufstrich.

  • Quittenkompott: eine klassische Möglichkeit, die Früchte zu genießen.

  • Quittenkuchen: für alle, die gerne mit saisonalem Obst backen.

  • Quittenlikör: eine aromatische Spezialität zum Verschenken oder Selbergenießen.

  • Quittenleder: dünn getrocknetes Fruchtmus, das sich in kreative Formen schneiden oder ausstechen lässt.

  • Quittenbrot: saftigeres Quittenkonfekt, das in Zucker oder Kokosflocken gewälzt wird.

  • Quittenkern-Gel: eine traditionelle Möglichkeit zur äußerlichen Verwendung der Kerne.

Besonders schön finde ich, dass sich bei der Herstellung von Quittenleder gleich noch der aufgefangene Saft für Quittengelee oder Geleekonfekt nutzen lässt.

So wird aus der Ernte meiner beiden Quittenbäume eine abwechslungsreiche Auswahl an selbst gemachten Leckereien – und aus den duftenden Früchten entstehen kleine Geschenke, die den Herbst geschmacklich einfangen.


goldgelbe Quitten liegen verstreut auf einem Tisch
Frisch geerntete Birnenquitten lassen sich zu schmackhaften Leckereien verarbeiten.

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Ich bin Marion Thishen-Hendess, Naturführerin und Business-Coach. Ich liebe Moore, Kräuter und alles, was grünt, blüht, kreucht und fleucht. Ich verbinde Naturwissen mit Persönlichkeits- und Teamentwicklung und mache Natur zum Erlebnis. Du suchst ein besonderes Teamevent im Grünen? Dann lass uns gemeinsam rausgehen!


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